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Der aktuelle Versicherungsmarktbericht der FINMA zeigt beispielhaft, wie eine Aufsichtsbehörde eine Resilienzaussage mit konkreten Kennzahlen unterlegt. Die FINMA attestiert der Schweizer Versicherungsbranche eine starke finanzielle Verfassung und stützt dies auf ein aggregiertes Jahresergebnis, eine gestiegene Solvenzquote und eine höhere Eigenmittelquote. Für Governance-, Risk- und Compliance-Verantwortliche lohnt sich der Blick auf die zugrunde liegende Kennzahlenlogik. Sie zeigt, welches Mass an Dokumentation eine belastbare Resilienzaussage im eigenen Haus voraussetzt.
Die FINMA stützt ihre Einschätzung zur Resilienz der Schweizer Versicherungsbranche auf ein aggregiertes Jahresergebnis von 24,4 Milliarden Franken, 136 Prozent über dem Vorjahr, sowie auf eine deutlich gestiegene Eigenmittel- und Solvenzquote. Haupttreiber war der Kapitalanlagenerfolg, nicht das Prämiengeschäft. Für die interne Dokumentation bedeutet das: Kennzahlen brauchen Berechnungsgrundlage, Datenquelle und Zeitreihe, nicht nur eine Endzahl.
Welche Zahlen stützen die Aussage der FINMA zur Branchenresilienz?
Die FINMA attestiert der Schweizer Versicherungsbranche eine insgesamt starke finanzielle Verfassung und belegt dies mit einem aggregierten Jahresergebnis von 24,4 Milliarden Franken, das 136 Prozent über dem Vorjahreswert liegt.
Ergänzend hält die Aufsichtsbehörde fest, dass die Branche ihre Eigenmittel- und Solvenzquote im Berichtsjahr deutlich erhöht hat. Diese Kombination aus Ergebnis-, Solvenz- und Eigenmittelentwicklung bildet für die FINMA die Evidenzbasis, auf der die Einschätzung zur Branchenresilienz beruht.
Getrieben wurde das Ergebnis vor allem durch die Kapitalanlagen: Der Anlagegewinn stieg um 47,6 Prozent auf 24,8 Milliarden Franken, die Kapitalanlagerendite kletterte von 3,37 auf 5,00 Prozent.
Innerhalb der Sparten fiel der Gewinnzuwachs bei den Nichtlebenversicherern mit 12,9 Milliarden Franken und bei den Rückversicherern mit 9,8 Milliarden Franken am stärksten aus.
Warum bleibt das Prämienvolumen trotz Rekordgewinn nahezu unverändert?
Das gesamte Bruttoprämienvolumen der Branche sank 2025 nur leicht um 0,6 Prozent auf 149 Milliarden Franken, während sich die Gewinnkennzahlen im gleichen Zeitraum deutlich verbesserten.
Der Blick auf die einzelnen Sparten zeigt ein differenziertes Bild: Lebensversicherer wuchsen um 3,7 Prozent und Schadenversicherer um 2,8 Prozent, während die Rückversicherer einen Rückgang von 6,1 Prozent hinnehmen mussten. Die FINMA führt dies vor allem auf die Frankenstärke gegenüber Dollar, Euro und Pfund zurück.
Für die Einordnung der Resilienzaussage bedeutet das: Eine einzelne Kennzahl wie das aggregierte Jahresergebnis erklärt wenig, solange sie nicht mit Prämienentwicklung, Spartenlogik und Wechselkurseffekten verknüpft wird. Wie granular eine Kennzahlenbetrachtung im internen Risikomanagement ausfallen sollte, beschreibt der Beitrag Risikomanagement dient der Zielerreichung, nicht sich selbst.

Was bedeutet diese Kennzahlenlogik für die Dokumentation im eigenen Haus?
Wer eine Resilienzaussage intern ebenso belastbar begründen will wie die FINMA im Bericht, muss neben der Kennzahl selbst auch Berechnungsgrundlage, Datenquelle und Zeitreihe dokumentieren.
Der Beitrag ERM Report 2023: Finanzielle Resilienz im Fokus zeigt, dass finanzielle Resilienz im Risikomanagement zunehmend als eigenständige Kennzahlenkategorie behandelt wird und nicht nur als Nebenprodukt der Jahresrechnung erscheint. Für Governance-Verantwortliche heisst das konkret: Kennzahlen zur finanziellen Resilienz sollten im Risikoregister genauso nachvollziehbar hinterlegt sein wie ihre Berechnungslogik.
Wie wichtig eine lückenlose Nachweisführung über mehrere Jahre gegenüber der Aufsicht ist, zeigt der Beitrag Was die UBS-Busse über langfristige Aufsichtsprüfung zeigt am Beispiel eines Finanzinstituts.
Welcher erste Schritt macht die eigene Resilienzdokumentation überprüfbar?
Der erste Schritt liegt darin, die im Haus verwendeten Solvenz- und Eigenmittelkennzahlen mit ihrer Berechnungsgrundlage und Datenquelle in einer nachvollziehbaren Übersicht zusammenzuführen.
Der Risikomanager oder die Risikomanagerin legt diese Übersicht der nächsten Sitzung des Verwaltungsrats oder des Audit Committees vor und weist dabei explizit aus, für welche Kennzahlen eine lückenlose Zeitreihe besteht und wo Nachweise fehlen. Eine solche Übersicht schafft die Grundlage, um Resilienzaussagen im eigenen Haus ähnlich belastbar zu begründen wie im Versicherungsmarktbericht der FINMA.
- Kennzahl und Berechnungsgrundlage im selben Dokument festhalten
- Datenquelle und Verantwortlichkeit pro Kennzahl klar zuordnen
- Zeitreihe über mehrere Berichtsperioden lückenlos nachweisen
Resilienzkennzahlen für den Verwaltungsrat belegen
RiskQuant übersetzt Risikodaten in monetäre Verlustverteilungen, die im Reporting an den Verwaltungsrat nachvollziehbar bleiben. So lässt sich Kapitalbedarf ähnlich belegbar darstellen wie im FINMA-Bericht.
RiskQuantHäufige Fragen
Wie hoch war das aggregierte Jahresergebnis der Schweizer Versicherungsbranche laut FINMA?
Das aggregierte Jahresergebnis lag bei 24,4 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 136 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Haupttreiber war der Kapitalanlagenerfolg: Der Anlagegewinn stieg um 47,6 Prozent auf 24,8 Milliarden Franken, die Kapitalanlagerendite kletterte von 3,37 auf 5,00 Prozent.
Wie hat sich das Bruttoprämienvolumen der Schweizer Versicherer entwickelt?
Das gesamte Bruttoprämienvolumen sank 2025 leicht um 0,6 Prozent auf 149 Milliarden Franken. Lebensversicherer wuchsen um 3,7 Prozent, Schadenversicherer um 2,8 Prozent, während Rückversicherer einen Rückgang von 6,1 Prozent verzeichneten, unter anderem wegen der Frankenstärke gegenüber Dollar, Euro und Pfund.
Welche Sparten trugen am stärksten zum Gewinnzuwachs bei?
Der Gewinnzuwachs fiel bei den Nichtlebenversicherern mit 12,9 Milliarden Franken und bei den Rückversicherern mit 9,8 Milliarden Franken am stärksten aus. Getrieben wurde dieser Zuwachs primär durch den Kapitalanlagenerfolg der Branche und weniger durch Entwicklungen im eigentlichen Prämiengeschäft der einzelnen Versicherungssparten.
Welche Angaben sollten interne Resilienzkennzahlen enthalten, um belastbar zu sein?
Interne Resilienzkennzahlen sollten neben der reinen Endzahl auch die Berechnungsgrundlage, die verwendete Datenquelle sowie eine lückenlose Zeitreihe über mehrere Berichtsperioden hinweg dokumentieren. Nur so lässt sich eine Resilienzaussage im eigenen Haus ähnlich nachvollziehbar begründen wie im Versicherungsmarktbericht der FINMA gegenüber der Öffentlichkeit.
Was ist der erste Schritt, um die eigene Resilienzdokumentation zu überprüfen?
Der erste Schritt besteht darin, alle im Haus verwendeten Solvenz- und Eigenmittelkennzahlen mitsamt Berechnungsgrundlage und Datenquelle in einer nachvollziehbaren Übersicht zusammenzuführen. Diese wird anschliessend dem Verwaltungsrat oder Audit Committee vorgelegt, mit klarem Hinweis darauf, wo lückenlose Zeitreihen bestehen und wo entsprechende Nachweise noch fehlen.
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