Was die UBS-Busse über langfristige Aufsichtsprüfung zeigt

Yahya Mohamed Mao Chief Marketing Officer
24 August 2026 4 Min. Lesezeit
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Beitragsbild von Swiss GRC mit dem Logo und Kontrollraster als abstrakter Grafik in Navy, Rubrik GRC als Disziplin. UBS
Inhalt 5
  1. Wie kam die Rekordbusse gegen UBS zustande?
  2. Welche Zusage reichte der Aufsicht nicht aus?
  3. Welche Nachweisführung hätte den Unterschied gemacht?
  4. Warum wiegt Rückfälligkeit bei der Aufsicht so schwer?
  5. Was bedeutet das für die eigene GRC-Funktion?

FinCEN hat gegen UBS Financial Services Inc. eine Busse von 125 Millionen US-Dollar verhängt, die höchste, die je gegen einen Broker-Dealer wegen Verstössen gegen den Bank Secrecy Act ausgesprochen wurde. Vorausgegangen war eine Busse von 14,5 Millionen US-Dollar im Jahr 2018 für dieselbe Schwachstelle: die Überwachung von Fremdwährungstransaktionen. UBS Financial Services hatte damals zugesagt, das Überwachungssystem bis Mitte 2019 zu reparieren, lieferte die automatisierte Lösung aber erst 2021. Dazwischen blieben über 61’500 Fremdwährungsüberweisungen mit einem Volumen von 10,5 Milliarden US-Dollar unüberwacht.

Kurz zusammengefasst
Die Rekordbusse von 125 Millionen US-Dollar gegen UBS Financial Services zeigt, dass Aufsichtsbehörden nicht die Zusage einer Massnahme verlangen, sondern deren nachweisbare Umsetzung über Jahre. Eine durchgehende, dokumentierte Nachverfolgung von Abhilfemassnahmen mit Wirksamkeitsnachweisen statt einmaliger Versprechen hätte den Weg von der ersten Busse 2018 zur aktuellen Sanktion verändert.
125Mio. US-Dollar
Busse von FinCEN gegen UBS Financial Services
FinCEN, Pressemitteilung
61’500Überweisungen
unüberwachte Fremdwährungstransaktionen 2019 bis 2023
Wealth Management, zitiert nach FinCEN-Konsensbeschluss
14,5Mio. US-Dollar
Busse aus dem Konsensbeschluss von 2018
Compliance Week

Wie kam die Rekordbusse gegen UBS zustande?

Die Busse ist das Ergebnis eines Rückfalls: UBS Financial Services hatte bereits 2018 für dieselben Mängel gezahlt und die zugesagte Korrektur nicht fristgerecht umgesetzt. 2018 entstand ein Konsensbeschluss mit FinCEN, für den UBS Financial Services eine Busse von 14,5 Millionen US-Dollar wegen verschiedener AML-Mängel zahlte. Damals versicherte das Unternehmen der US-Finanzaufsicht, die Schwächen im Überwachungssystem für Fremdwährungsüberweisungen bis Mitte 2019 zu beheben. Das bestehende System war unzureichend: Transaktionen wurden höchstens vierteljährlich geprüft, gestützt auf einen fehleranfälligen, improvisierten Excel-Prozess. Trotz dieser bekannten Schwächen verzögerte sich die Umsetzung, ein modernes automatisiertes Überwachungssystem ging erst 2021 in Betrieb. In der Zwischenzeit blieben zwischen Januar 2019 und Juni 2023 mehr als 61’500 Fremdwährungsüberweisungen mit einem Gesamtvolumen von 10,5 Milliarden US-Dollar unüberwacht. Es handelt sich um die zweite Durchsetzungsmassnahme von FinCEN gegen dasselbe Unternehmen.

Welche Zusage reichte der Aufsicht nicht aus?

Eine einmalige Zusage zur Behebung von Mängeln genügte FinCEN nicht, verlangt wurde der fortlaufende Nachweis der tatsächlichen Umsetzung. FinCEN erwartet von Finanzinstituten, aufgedeckte AML-Compliance-Mängel umgehend zu beheben, und stellte fest, dass UBS Financial Services die Überwachung von Fremdwährungstransaktionen auch nach der Einigung mit FinCEN, der SEC und der FINRA für dieselben Versäumnisse fortsetzte. Wesentliche Teile der Nachbesserung wurden erst angegangen, als die Untersuchung von FinCEN bereits lief. Der aktuelle Konsensbeschluss verlangt deshalb mehr als eine erneute Zusage. UBS Financial Services muss eine unabhängige dritte Partei mit einer rückwirkenden Prüfung unentdeckter verdächtiger Transaktionen sowie einer vollständigen Überprüfung des AML-Programms beauftragen. Nur bei zufriedenstellendem Abschluss dieser Überprüfung und Umsetzung der Empfehlungen will FinCEN bis zu 15 Millionen US-Dollar der Kosten anrechnen.

Welche Nachweisführung hätte den Unterschied gemacht?

Ein durchgehender, geprüfter Beleg für den Umsetzungsstand jeder einzelnen Abhilfemassnahme hätte den Weg zur Rekordbusse verändert, nicht ein weiterer Massnahmenplan. Zwischen der Zusage von 2018 und der tatsächlichen Inbetriebnahme 2021 lag die Lücke, die FinCEN am Ende teuer bewertete. Wirksam wäre eine Nachweiskette gewesen, die jede zugesagte Massnahme mit einem geprüften Umsetzungsstatus verknüpft: Testergebnisse des neuen Systems, dokumentierte Stichproben und eine Nachverfolgung offener Feststellungen bis zur nachweisbaren Schliessung. Dieser Gedanke deckt sich mit der Erkenntnis, dass Risikomanagement der Zielerreichung dient und nicht sich selbst: Ein Kontrollversprechen ohne fortlaufenden Wirksamkeitsnachweis bleibt Papier. Ein vergleichbares Muster, bei dem eine punktuelle Zusage die dauerhafte Kontrolllücke verdeckte, zeigt auch der Beitrag zu 89 Millionen Euro Schaden durch übersehene ICT-Risikokontrollen.

Warum wiegt Rückfälligkeit bei der Aufsicht so schwer?

Ein zweiter Verstoss gegen dieselbe Pflicht signalisiert der Aufsicht, dass interne Kontrollen keine verlässliche Selbstkorrektur mehr leisten, und erhöht das Risiko externer Hinweise. Der Fall UBS Financial Services gilt als Warnung an alle, die Rückfälligkeit und zögerliches Handeln in der Geldwäschebekämpfung unterschätzen. Dieser Fokus gewinnt zusätzlich an Gewicht, seit ein neues Whistleblower-Programm die Durchsetzung im AML-Bereich verstärken soll, denn eine frühere Busse macht einen Hinweis aus dem Unternehmen wahrscheinlicher. Wo eine erste Busse keine echte Veränderung bewirkt hat, verlieren Mitarbeitende den Glauben an eine interne Lösung, und sie rechnen damit, dass die Behörde beim zweiten Mal härter durchgreift. Für die GRC-Funktion bedeutet das, dass eine dokumentierte Nachverfolgung nicht nur der Aufsicht, sondern auch der eigenen Belegschaft zeigt, dass Feststellungen ernst genommen werden.

Was bedeutet das für die eigene GRC-Funktion?

Verantwortliche sollten jede offene Feststellung mit einem geprüften, datierten Wirksamkeitsnachweis verknüpfen, statt sich auf Status-Meldungen zu verlassen. Der erste überprüfbare Schritt: Die interne Revision oder die Compliance-Funktion legt für jede aus einer Aufsichtsprüfung stammende Feststellung fest, welcher Beleg die Schliessung rechtfertigt, und dokumentiert diesen Beleg vor der nächsten internen Revisionsrunde. Ein vergleichbares Prinzip der laufenden statt punktuellen Nachweisführung diskutiert der Beitrag TPRM im Wandel: EBA-Guideline, DORA und MaRisk im Überblick für die Steuerung von Drittparteien. Wer heute Feststellungen aus Prüfungen nur als erledigt markiert, ohne den Wirksamkeitsnachweis systematisch zu archivieren, wiederholt strukturell das Muster, das im Fall UBS Financial Services über Jahre zur Eskalation führte.
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FAQ

Häufige Fragen

Wie hoch ist die FinCEN-Busse gegen UBS Financial Services?

 
FinCEN verhängte gegen UBS Financial Services eine Busse von 125 Millionen US-Dollar. Es ist die höchste Sanktion, die je gegen einen Broker-Dealer wegen Verstössen gegen den Bank Secrecy Act ausgesprochen wurde, und die zweite Durchsetzungsmassnahme von FinCEN gegen dasselbe Unternehmen.

Warum wurde UBS Financial Services bereits 2018 gebüsst?

 
UBS Financial Services zahlte 2018 eine Busse von 14,5 Millionen US-Dollar wegen verschiedener AML-Mängel bei der Überwachung von Fremdwährungstransaktionen. Das Unternehmen sagte zu, das bestehende, fehleranfällige Überwachungssystem bis Mitte 2019 durch eine automatisierte Lösung zu ersetzen.

Was muss UBS Financial Services jetzt zusätzlich zur Busse leisten?

 
Der aktuelle Konsensbeschluss verpflichtet UBS Financial Services, eine unabhängige dritte Partei mit einer rückwirkenden Prüfung unentdeckter verdächtiger Transaktionen sowie einer vollständigen Überprüfung des AML-Programms zu beauftragen. Bei zufriedenstellendem Abschluss und Umsetzung der Empfehlungen rechnet FinCEN bis zu 15 Millionen US-Dollar der Kosten an.

Wie viele Transaktionen blieben bei UBS unüberwacht?

 
Zwischen Januar 2019 und Juni 2023 blieben mehr als 61’500 Fremdwährungsüberweisungen mit einem Gesamtvolumen von 10,5 Milliarden US-Dollar unüberwacht, weil die zugesagte automatisierte Überwachungslösung erst 2021 in Betrieb ging, statt wie versprochen bis Mitte 2019.

Welche Rolle spielt ein Whistleblower-Programm bei AML-Verstössen?

 
FinCEN hat ein Whistleblower-Programm eingeführt, das die Durchsetzung im AML-Bereich verstärken soll. Eine frühere Busse macht einen Hinweis aus dem eigenen Unternehmen wahrscheinlicher, weil Mitarbeitende den Glauben an eine interne Lösung verlieren, wenn Feststellungen wiederholt nicht wirksam behoben werden.
Quellen
  1. Historic $125 Million Penalty Against UBS Financial Services Inc.FinCEN
  2. Record-setting AML penalty against UBS was years in the makingCompliance Week