Wenn Risiken durch die Vordertür eintreten: Lieferantenrisiken neu denken

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Das expandierende Unternehmen

Moderne Organisationen agieren heute nicht mehr innerhalb klar definierter Grenzen. Geschäftsabläufe stützen sich zunehmend auf ein umfangreiches Ökosystem aus Lieferanten, Dienstleistern, Cloud-Anbietern und Technologiepartnern, die es Unternehmen ermöglichen, Innovationen voranzutreiben, schneller zu skalieren und Dienstleistungen effizienter bereitzustellen.

Mit diesem stark vernetzten Ökosystem entsteht jedoch eine neue Realität: Risiken bewegen sich entlang dieser Beziehungen.

Drittparteien sind heute tief in kritische Geschäftsprozesse, operative Infrastrukturen und Datenumgebungen integriert. Je stärker Organisationen von externen Partnern abhängig werden, desto schneller wachsen auch die Risiken, die mit diesen Beziehungen verbunden sind. Störungen, Cybersecurity-Vorfälle, Compliance-Verstöße oder operative Ausfälle innerhalb eines Lieferantenökosystems können sich rasch zu unternehmensweiten Herausforderungen entwickeln.

Lieferantenbeziehungen sind daher längst nicht mehr nur operative Partnerschaften – sie sind zu einem zentralen Bestandteil der Risikolandschaft eines Unternehmens geworden.

Die Transparenzlücke im Third-Party-Risk-Management

Trotz der wachsenden Bedeutung von Drittparteien-Ökosystemen fällt es vielen Organisationen weiterhin schwer, ein klares und einheitliches Bild ihrer Lieferantenrisiken zu entwickeln.

Aktuelle Studien verdeutlichen diese Herausforderung. Laut der Global Third-Party Risk Management Survey 2026 arbeiten viele Unternehmen daran, ihre Programme zum Lieferantenrisikomanagement zu verbessern. Dennoch bleibt die echte Integration in das Enterprise Risk Management häufig begrenzt. Während etwa die Hälfte der Organisationen angibt, dass ihr Third-Party-Risk-Management größtenteils mit dem ERM integriert ist, hat nur eine kleine Minderheit eine vollständige Integration über Governance, Prozesse und Systeme hinweg erreicht.

Diese Lücke führt zu fragmentierter Aufsicht.

Lieferanteninformationen befinden sich häufig in Beschaffungssystemen, Risikoregister werden von Governance-Teams verwaltet, und Compliance-Anforderungen werden separat verfolgt. Ohne eine Verbindung dieser Perspektiven fehlt Organisationen ein ganzheitliches Verständnis dafür, wie Drittparteibeziehungen ihre gesamte Risikoposition beeinflussen.

Daten und Technologie: Die fehlenden Grundlagen

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Studie betrifft eine grundlegende Herausforderung: die Datenqualität.

Nur 17 % der Organisationen geben an, über vollständig zuverlässige und integrierte Daten zu verfügen, die ihre Entscheidungen im Third-Party-Risk-Management unterstützen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Automatisierung, Analytik und Risikobewertungen.

Gleichzeitig prüfen viele Unternehmen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und fortschrittlichen Technologien in ihren TPRM-Prozessen. Mehr als die Hälfte der Organisationen experimentiert mit KI, beispielsweise für Risikobewertungen, Reporting oder Lieferantendatenanalysen. Dennoch glaubt nur ein kleiner Anteil, dass diese Technologien derzeit einen erheblichen Mehrwert liefern.

Die Erkenntnis daraus ist eindeutig:

Technologie allein reicht nicht aus.

Ohne starke Daten-Governance und integrierte Risikoprozesse fällt es Organisationen schwer, Lieferantendaten in aussagekräftige Risikoinformationen umzuwandeln.

Auf dem Weg zu vernetzter Lieferantengovernance

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, entwickeln sich viele Organisationen zunehmend in Richtung vernetzter Governance-Modelle, in denen das Lieferantenrisikomanagement direkt in umfassendere Risiko- und Compliance-Strukturen integriert wird.

Vendor Risk Management muss über Onboarding-Fragebögen oder Lieferantenregister hinausgehen. Es muss zu einer kontinuierlichen Governance-Funktion werden, die Lieferantenbeziehungen mit Unternehmensrisiken, internen Kontrollen, Compliance-Anforderungen und operativer Resilienz verbindet.

Innerhalb der Swiss GRC Plattform ist Vendor Risk Management in ein umfassenderes Connected-GRC-Ökosystem integriert. Dadurch können Organisationen Lieferantenbeziehungen direkt mit Enterprise Risk Management, internen Kontrollsystemen und Governance-Workflows verknüpfen und so eine einheitliche Sicht auf Drittparteirisiken schaffen.

Dieser integrierte Ansatz unterstützt Organisationen dabei, von fragmentierter Aufsicht zu einer strukturierten und transparenten Sicht auf ihr erweitertes Unternehmensökosystem zu gelangen.

Governance des erweiterten Unternehmens

Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden Lieferantenökosysteme weiter wachsen – und gleichzeitig komplexer und kritischer für die organisatorische Resilienz.

Organisationen, die Vendor Risk Management als isolierten Prozess behandeln, werden Schwierigkeiten haben, mit dieser Komplexität Schritt zu halten. Unternehmen hingegen, die die Überwachung von Drittparteien in ein umfassendes Governance-Framework integrieren, gewinnen etwas wesentlich Wertvolleres: Transparenz.

Denn in einer vernetzten Welt bleibt Risiko selten innerhalb organisatorischer Grenzen.

Es bewegt sich durch die Ökosysteme, die Unternehmen täglich aufbauen.

Und die effektive Steuerung dieses Ökosystems ist zu einer der zentralen Prioritäten moderner Governance geworden.

Bild von Vaishali Moitra

Vaishali Moitra

Vaishali Moitra ist Product Marketing & Content Manager bei Swiss GRC. Mit ihrem Marktwissen und ihrer Erfahrung in der Wettbewerbsanalyse stärkt sie die Positionierung unserer Lösungen. Ihr Fokus liegt auf Thought Leadership, Content-Erstellung und strategischer Kommunikation in den Bereichen GRC, ESG und Third Party Risk Management.

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Rajeev Dutt war zuvor als General Manager für die Region tätig und übernimmt nun eine erweiterte Verantwortung für die Weiterentwicklung des Geschäfts von Swiss GRC in MEA und APAC. Er bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in den Bereichen Governance, Risk und Compliance sowie Business Continuity Management mit. Vor seinem Eintritt bei Swiss GRC hatte er leitende Positionen bei InfiniteBlue, SAI360 und MetricStream inne.

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Mit dem neuesten Release entwickelt Swiss GRC seine GRC Software gezielt weiter und adressiert zentrale Anforderungen im modernen Risikomanagement. Im Fokus stehen quantitative Risikoanalyse, der kontrollierte Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie die Umsetzung regulatorischer Vorgaben wie DORA. Im Bereich der quantitativen Risikoanalyse bietet die GRC Toolbox erweiterte Möglichkeiten zur Modellierung und Bewertung von Risiken, einschliesslich Monte-Carlo-Simulationen.

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Ein neu veröffentlichtes Whitepaper von Swiss GRC zeigt strukturelle Defizite im Contract Lifecycle Management auf und identifiziert finanzielle sowie regulatorische Risiken infolge unzureichend gesteuerter Vertragsprozesse. Trotz fortschreitender Digitalisierung in Finanzen, Operations und Kundenprozessen zählt das Vertragsmanagement weiterhin zu den am wenigsten modernisierten Unternehmensfunktionen.

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