Informationssicherheit mit System: Helvetias Weg zum konzernweiten ISMS

Bruno Freschi, Group CISO, Helvetia
Bruno Freschi
Group CISO, Helvetia
Informationssicherheit mit System: Helvetias Weg zum konzernweiten ISMS
Über
Helvetia ist ein führender Schweizer Versicherungskonzern mit Hauptsitz in St. Gallen. Mit rund 14'400 Mitarbeitenden ist Helvetia in mehreren europäischen Märkten sowie ausgewählten internationalen Standorten aktiv. Mit den drei Geschäftsbereichen Schadenversicherung, Lebensversicherung und Ver-mögensverwaltung gehört das Unternehmen zu den grössten und international am stärksten tätigen Ver-sicherungen der Schweiz.
Standort
Branche
Unternehmensgrösse
Lösungen
Informationssicherheit (ISMS)
Datenschutz Management
Die enge Zusammenarbeit mit Swiss GRC hat uns ermöglicht, Erfahrung und Know-how optimal zu verbinden. In Workshops mit Beratern und Entwicklern konnten wir die Lösung praxisnah ausgestalten und so ein ISMS realisieren, das bis heute den Konzern trägt.

Erfahren Sie, wie Helvetia gemeinsam mit Swiss GRC ein gruppenweites Information Security Management System (ISMS) aufgebaut hat, das nicht nur regulatorische Anforderungen erfüllt, sondern auch Transparenz, Effizienz und nachhaltige Governance schafft.

Ausgangslage und Zielsetzung

Helvetia zählt mit rund 14’400 Mitarbeitenden weltweit zu den grössten Versicherern der Schweiz. Das Unternehmen ist in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Italien, Spanien und Frankreich sowie in internationalen Märkten wie Liechtenstein und Singapur tätig. Mit ihren drei Geschäftsbereichen –Schadenversicherung, Lebensversicherung und Vermögensverwaltung gehört Helvetia zu den am breitesten aufgestellten und international am stärksten tätigen Versicherungen des Landes.

Nur wenige Unternehmen sind bisher so weit gegangen wie Helvetia: Ein dezentrales ISMS, das mehrere Geschäftsbereiche und internationale Standorte umfasst, wurde konzernweit etabliert. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, arbeitete Helvetia eng mit Swiss GRC zusammen. Gemeinsam entwarfen und implementierten sie Schritt für Schritt eines der ausgereiftesten ISMS auf dem Markt – ein System, das sowohl zentral gesteuert als auch lokal umgesetzt wird.

Die Zielsetzungen waren klar:

  • Konzernweite Konsistenz bei gleichzeitiger lokaler Anpassbarkeit
  • Erfüllung regulatorischer Anforderungen der FINMA sowie von DORA und EU-GDPR
  • Orientierung an bewährten Standards wie ISO, NIST und ISF
  • Aufbau einer klaren Governance-Struktur mit Verantwortlichkeiten auf Gruppen- und Landesebene

Effizienz und Transparenz durch Integration in bestehende Systeme und Automatisierung von Prozessen

Umsetzung und Zusammenarbeit

Neben den klassischen ISMS-Prozessen wurden auch Anforderungen aus dem Datenschutz sowie der physischen Sicherheit in die Lösung integriert. Die enge Verzahnung von Informationssicherheit und Datenschutz ist in vielen Organisationen eine Herausforderung, da Verantwortlichkeiten, Kontrollmechanismen und regulatorische Vorgaben oft parallel, aber nicht abgestimmt behandelt werden. Durch die Integration in ein gemeinsames System konnte Helvetia diese Komplexität reduzieren, Doppelspurigkeiten vermeiden und klare Verantwortlichkeiten etablieren.

Die technische Grundlage bildet ein asset-zentriertes Datenmodell, das Anwendungen, IT-Services, Plattformen und Geschäftsprozesse abbildet. Sämtliche Änderungen, Risiken und Ausnahmen werden direkt an diese Assets gekoppelt, was eine flexible und skalierbare Steuerung ermöglicht.

Besonders prägend war die tiefe Integration in bestehende Systeme:

  • LeanIX und ServiceNow für Architektur- und Konfigurationsdaten
  • Jira und Tempus für Projekt- und Change-Management
  • SAP Ariba für Lieferantenmanagement und jährliche Sicherheitsprüfungen
  • Splunk für Vulnerability- und Ausnahmeprozesse

Darüber hinaus wird das ISMS in einer dedizierten Azure-Cloud-Instanz betrieben, die von Swiss GRC gemanagt wird. Sämtliche Daten verbleiben in Europa und sind mit unternehmenseigenen Schlüsseln verschlüsselt – eine zentrale Voraussetzung für die Einhaltung der Schweizer Datenschutzgesetzgebung und die Sicherheit sensibler Daten.

Herausforderungen im Projektverlauf

HerausforderungLösungsansatz
Komplexe Konzernstruktur mit internationalen TochtergesellschaftenAufbau einer klaren Governance-Struktur mit Group CISO, CISO und lokalen ISOs
Unterschiedliche regulatorische RahmenbedingungenOrientierung an DORA, GDPR sowie an ISO, NIST und ISF, mit länderspezifischer Umsetzung
Heterogene SystemlandschaftEntwicklung eines asset-zentrierten Datenmodells und Integra-tion bestehender Tools (LeanIX, ServiceNow, Jira, Ariba, Splunk)
Hohe Zeitkritik bei der EinführungInterdisziplinäre Zusammenarbeit, pragmatische Workshops, enge Kooperation mit Swiss GRC
Balance zwischen zentraler Steuerung und lokaler VerantwortungKombination aus konzernweiter Standardisierung und lokaler Umsetzung durch nationale ISOs

Schlüsselergebnisse und Mehrwerte

Mit der GRC Toolbox konnte Helvetia ein konzernweites ISMS etablieren, das heute als zentrales Steuerungsinstrument dient und weit über reine Compliance hinausgeht.

Die wichtigsten Mehrwerte sind:

  • Compliance by Design: Regulatorische Anforderungen und Standards sind systematisch integriert.
  • Effizienzgewinne: Automatisierte Workflows und Schnittstellen entlasten Mitarbeitende.
  • Transparenz: Dashboards und Reports schaffen klare Einblicke für Management und Fachbereiche.
  • Zukunftsfähigkeit: Ausbau durch automatisierte Kontrollen und Integration von Cloud-Sicherheitsdaten.

Damit ist das ISMS nicht nur eine Antwort auf regulatorische Anforderungen, sondern ein strategischer Enabler für Sicherheit, Resilienz und nachhaltige Unternehmensführung.

Weitere Success Stories

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