Ineffektives Vertragsmanagement kostet bis zu 9 Prozent Umsatz

23 Februar 2026 2 Min. Lesezeit
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Ineffektives Vertragsmanagement kostet bis zu 9 Prozent Umsatz

Ein neu veröffentlichtes Whitepaper von Swiss GRC zeigt strukturelle Lücken in der unternehmensweiten Vertragslebenszyklus-Praxis auf und identifiziert messbare finanzielle und Compliance-Risiken im Zusammenhang mit ineffektivem Vertragsmanagement. Trotz der raschen digitalen Transformation in Finanzen, Betrieb und Kundenprozessen bleibt das Vertragsmanagement eine der am wenigsten modernisierten Unternehmensfunktionen.

Viele Organisationen verwalten rechtsverbindliche Vereinbarungen nach wie vor über Excel-Tabellen, E-Mail-Korrespondenz und dezentrale Ablagesysteme, was operative blinde Flecken und finanzielle Risiken schafft. Eingeschränkte Transparenz über Verpflichtungen und Verlängerungen kann bis zu 9 % des Jahresumsatzes durch verpasste Fristen, übersehene Verpflichtungen und inkonsistente Verhandlungsergebnisse untergraben. Gleichzeitig entstehen fast die Hälfte aller Compliance-Verstösse nicht durch vorsätzliches Fehlverhalten, sondern durch unzureichende Nachverfolgung und Dokumentation.

Verträge betreffen typischerweise Recht, Beschaffung, Finanzen und operative Geschäftsbereiche, doch die Verantwortung bleibt oft über Systeme und Personen hinweg fragmentiert. Ohne zentrale Koordination fällt es Organisationen schwer festzustellen, welche Verpflichtungen aktiv sind, wer vertraglichen Abweichungen zugestimmt hat und wann kritische Verlängerungen anstehen. Mit zunehmender regulatorischer Kontrolle wird nachweisbare Aufsicht ebenso wichtig wie die Compliance selbst.

Laut Swiss GRC spiegelt dieses Ungleichgewicht eine umfassendere Governance-Herausforderung im unternehmensweiten Risikomanagement wider. Gentian Ajeti, Chief Customer & Commercial Officer bei Swiss GRC, kommentiert: «Die Herausforderung liegt nicht in der digitalen Speicherung von Dokumenten, sondern in der Governance des gesamten Vertragslebenszyklus. Deshalb haben wir Contraqto mit dem Ziel entwickelt, das Vertragsmanagement durch KI-gestützte Automatisierung transparenter und strukturell steuerbarer zu machen.»

Gentian Ajeti

Das Whitepaper skizziert einen strukturierten Reifepfad für die Vertragslebenszyklus-Praxis, der bei zentralisierten Ablagesystemen beginnt und sich über Workflow-Automatisierung, analysegestützte Erkenntnisse, funktionsübergreifende Zusammenarbeit bis hin zu eingebetteten Governance-Kontrollen weiterentwickelt. Es unterscheidet zudem zwischen der Digitalisierung von Dokumenten und der Digitalisierung des gesamten Lebenszyklus und betont, dass die elektronische Ablage von Vereinbarungen allein noch keine Transparenz oder Compliance-Sicherheit schafft. Eine wirksame Modernisierung erfordert strukturierte Workflows, rollenbasierte Freigaben, automatisierte Benachrichtigungen und lückenlose Audit-Trails. Da Organisationen zunehmend in regulierten und datengetriebenen Umgebungen agieren, entwickelt sich die Stärkung der Vertrags-Governance vom operativen Verbesserungsthema zur Priorität der Geschäftsleitung.