# Wenn Risiken durch die Vordertür eintreten: Lieferantenrisiken neu denken

> Der Beitrag von Swiss GRC erklärt, warum Lieferantenrisiken in vielen Organisationen fragmentiert erfasst werden und wie Vendor Risk Management in ein Governance-Modell eingebunden wird. Er richtet sich an Unternehmen mit grossen Drittparteien-Ökosystemen und beschreibt das Ziel einer einheitlichen Sicht auf…

- URL: https://swissgrc.com/wenn-risiken-durch-die-vordertuer-eintreten-lieferantenrisikomanagement-neu-denken/
- Herausgeber: SwissGRC®
- Veröffentlicht: 2026-03-23
- Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20

## Kernaussagen

- Laut der Global Third-Party Risk Management Survey 2026 geben etwa die Hälfte der Organisationen an, dass ihr Third-Party-Risk-Management grösstenteils mit dem Enterprise Risk Management integriert ist.
- Nur eine kleine Minderheit der Organisationen hat laut der Studie eine vollständige Integration über Governance, Prozesse und Systeme hinweg erreicht.
- Nur 17 % der Organisationen verfügen nach eigenen Angaben über vollständig zuverlässige und integrierte Daten für Entscheidungen im Third-Party-Risk-Management.
- Mehr als die Hälfte der Organisationen experimentiert mit Künstlicher Intelligenz im TPRM, etwa für Risikobewertungen, Reporting oder Lieferantendatenanalysen, doch nur ein kleiner Anteil sieht derzeit einen erheblichen Mehrwert.
- Auf der Swiss GRC Plattform ist Vendor Risk Management Teil eines Connected-GRC-Ökosystems und lässt sich mit Enterprise Risk Management, internen Kontrollsystemen und Governance-Workflows verknüpfen.
- Der Beitrag fordert, Vendor Risk Management über Onboarding-Fragebögen und Lieferantenregister hinaus zu einer kontinuierlichen Governance-Funktion auszubauen.

**Das expandierende Unternehmen**

Moderne Organisationen agieren heute nicht mehr innerhalb klar definierter Grenzen. Geschäftsabläufe stützen sich zunehmend auf ein umfangreiches Ökosystem aus Lieferanten, Dienstleistern, Cloud-Anbietern und Technologiepartnern, die es Unternehmen ermöglichen, Innovationen voranzutreiben, schneller zu skalieren und Dienstleistungen effizienter bereitzustellen.

Mit diesem stark vernetzten Ökosystem entsteht jedoch eine neue Realität: Risiken bewegen sich entlang dieser Beziehungen.

Drittparteien sind heute tief in kritische Geschäftsprozesse, operative Infrastrukturen und Datenumgebungen integriert. Je stärker Organisationen von externen Partnern abhängig werden, desto schneller wachsen auch die Risiken, die mit diesen Beziehungen verbunden sind. Störungen, Cybersecurity-Vorfälle, Compliance-Verstöße oder operative Ausfälle innerhalb eines Lieferantenökosystems können sich rasch zu unternehmensweiten Herausforderungen entwickeln.

Lieferantenbeziehungen sind daher längst nicht mehr nur operative Partnerschaften – sie sind zu einem zentralen Bestandteil der Risikolandschaft eines Unternehmens geworden.

**Die Transparenzlücke im Third-Party-Risk-Management**

Trotz der wachsenden Bedeutung von Drittparteien-Ökosystemen fällt es vielen Organisationen weiterhin schwer, ein klares und einheitliches Bild ihrer Lieferantenrisiken zu entwickeln.

Aktuelle Studien verdeutlichen diese Herausforderung. Laut der **Global Third-Party Risk Management Survey 2026** arbeiten viele Unternehmen daran, ihre Programme zum Lieferantenrisikomanagement zu verbessern. Dennoch bleibt die echte Integration in das Enterprise Risk Management häufig begrenzt. Während etwa die Hälfte der Organisationen angibt, dass ihr Third-Party-Risk-Management größtenteils mit dem ERM integriert ist, hat nur eine kleine Minderheit eine vollständige Integration über Governance, Prozesse und Systeme hinweg erreicht.

Diese Lücke führt zu fragmentierter Aufsicht.

Lieferanteninformationen befinden sich häufig in Beschaffungssystemen, Risikoregister werden von Governance-Teams verwaltet, und Compliance-Anforderungen werden separat verfolgt. Ohne eine Verbindung dieser Perspektiven fehlt Organisationen ein ganzheitliches Verständnis dafür, wie Drittparteibeziehungen ihre gesamte Risikoposition beeinflussen.

**Daten und Technologie: Die fehlenden Grundlagen**

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Studie betrifft eine grundlegende Herausforderung: die Datenqualität.

Nur **17 % der Organisationen** geben an, über vollständig zuverlässige und integrierte Daten zu verfügen, die ihre Entscheidungen im Third-Party-Risk-Management unterstützen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Automatisierung, Analytik und Risikobewertungen.

Gleichzeitig prüfen viele Unternehmen den Einsatz von **Künstlicher Intelligenz und fortschrittlichen Technologien** in ihren TPRM-Prozessen. Mehr als die Hälfte der Organisationen experimentiert mit KI, beispielsweise für Risikobewertungen, Reporting oder Lieferantendatenanalysen. Dennoch glaubt nur ein kleiner Anteil, dass diese Technologien derzeit einen erheblichen Mehrwert liefern.

Die Erkenntnis daraus ist eindeutig:

Technologie allein reicht nicht aus.

Ohne starke Daten-Governance und integrierte Risikoprozesse fällt es Organisationen schwer, Lieferantendaten in aussagekräftige Risikoinformationen umzuwandeln.

**Auf dem Weg zu vernetzter Lieferantengovernance**

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, entwickeln sich viele Organisationen zunehmend in Richtung **vernetzter Governance-Modelle**, in denen das Lieferantenrisikomanagement direkt in umfassendere Risiko- und Compliance-Strukturen integriert wird.

Vendor Risk Management muss über Onboarding-Fragebögen oder Lieferantenregister hinausgehen. Es muss zu einer kontinuierlichen Governance-Funktion werden, die Lieferantenbeziehungen mit Unternehmensrisiken, internen Kontrollen, Compliance-Anforderungen und operativer Resilienz verbindet.

Innerhalb der **Swiss GRC Plattform** ist Vendor Risk Management in ein umfassenderes **Connected-GRC-Ökosystem** integriert. Dadurch können Organisationen Lieferantenbeziehungen direkt mit Enterprise Risk Management, internen Kontrollsystemen und Governance-Workflows verknüpfen und so eine einheitliche Sicht auf Drittparteirisiken schaffen.

Dieser integrierte Ansatz unterstützt Organisationen dabei, von fragmentierter Aufsicht zu einer strukturierten und transparenten Sicht auf ihr erweitertes Unternehmensökosystem zu gelangen.

**Governance des erweiterten Unternehmens**

Mit der fortschreitenden Digitalisierung werden Lieferantenökosysteme weiter wachsen – und gleichzeitig komplexer und kritischer für die organisatorische Resilienz.

Organisationen, die Vendor Risk Management als isolierten Prozess behandeln, werden Schwierigkeiten haben, mit dieser Komplexität Schritt zu halten. Unternehmen hingegen, die die Überwachung von Drittparteien in ein umfassendes Governance-Framework integrieren, gewinnen etwas wesentlich Wertvolleres: **Transparenz.**

Denn in einer vernetzten Welt bleibt Risiko selten innerhalb organisatorischer Grenzen.

Es bewegt sich durch die Ökosysteme, die Unternehmen täglich aufbauen.

Und die effektive Steuerung dieses Ökosystems ist zu einer der zentralen Prioritäten moderner Governance geworden.

[Readiness Check starten](https://nis2compliant.app/)

## Häufige Fragen

### Was ist die Transparenzlücke im Third-Party-Risk-Management?

Viele Organisationen haben kein klares und einheitliches Bild ihrer Lieferantenrisiken. Lieferanteninformationen liegen in Beschaffungssystemen, Risikoregister bei Governance-Teams, und Compliance-Anforderungen werden separat verfolgt.

### Warum reicht Technologie im Lieferantenrisikomanagement nicht aus?

Ohne starke Daten-Governance und integrierte Risikoprozesse lassen sich Lieferantendaten schwer in aussagekräftige Risikoinformationen umwandeln. Nur 17 % der Organisationen haben laut Studie vollständig zuverlässige und integrierte Daten.

### Wie unterstützt die Swiss GRC Plattform das Vendor Risk Management?

Vendor Risk Management ist in ein Connected-GRC-Ökosystem integriert. Organisationen verknüpfen Lieferantenbeziehungen direkt mit Enterprise Risk Management, internen Kontrollsystemen und Governance-Workflows und erhalten eine einheitliche Sicht auf Drittparteirisiken.

### Was muss Vendor Risk Management über Fragebögen und Register hinaus leisten?

Es muss zu einer kontinuierlichen Governance-Funktion werden. Diese verbindet Lieferantenbeziehungen mit Unternehmensrisiken, internen Kontrollen, Compliance-Anforderungen und operativer Resilienz.
