# Die versteckten Kosten von Prozesssilos: Warum die Zukunft von BPM in der Verbindung mit GRC liegt

> Der Beitrag von Swiss GRC erklärt, warum getrennte Systeme für Prozessmanagement (BPM) und GRC zu Prozesssilos und fehlender Transparenz führen. Er richtet sich an Unternehmen und zeigt, wie die Verknüpfung von Prozessen mit Risiken, Kontrollen und Regulierung Resilienz stärkt.

- URL: https://swissgrc.com/warum-die-zukunft-von-bpm-in-der-verbindung-mit-grc-liegt/
- Herausgeber: SwissGRC®
- Veröffentlicht: 2026-07-07
- Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20

## Kernaussagen

- Prozesssilos entstehen, wenn Geschäftsprozesse in einem BPM-System, Risiken in einer separaten GRC-Lösung und Compliance-Anforderungen in weiteren Anwendungen oder Tabellen verwaltet werden.
- Swiss GRC beschreibt als Kernproblem nicht den einzelnen Prozess, sondern die fehlende Transparenz über die Beziehungen zwischen Prozessen, Risiken und Compliance.
- Neue regulatorische Anforderungen wie DORA und NIS2, steigende Cyberrisiken, komplexe Lieferketten und der Einsatz künstlicher Intelligenz erhöhen laut Beitrag die Komplexität von Geschäftsprozessen.
- Ein Geschäftsprozess entfaltet seinen Wert laut Swiss GRC erst, wenn sichtbar wird, welche Risiken, Kontrollen, regulatorischen Anforderungen, Systeme und Drittparteien mit ihm verbunden sind.
- Nach Darstellung des Beitrags entsteht Resilienz nicht allein durch zusätzliche Kontrollen oder neue Richtlinien, sondern durch Transparenz.
- Swiss GRC sieht die Zukunft von BPM darin, Zusammenhänge sichtbar zu machen, statt Prozesse noch detaillierter zu dokumentieren.

Prozesse sind heute nicht das Problem. Fehlende Zusammenhänge sind es.

Viele Unternehmen kennen ihre Geschäftsprozesse. Sie verfügen über Prozesslandkarten, dokumentierte Abläufe und klar definierte Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig werden Risiken bewertet, Kontrollen verwaltet und regulatorische Anforderungen umgesetzt. Dennoch fehlt häufig das Wesentliche: der Zusammenhang.

Geschäftsprozesse werden in einem BPM-System dokumentiert, Risiken in einer separaten GRC-Lösung verwaltet und Compliance-Anforderungen in weiteren Anwendungen oder Tabellen gepflegt. Jede Disziplin erfüllt ihren Zweck. Gleichzeitig arbeitet sie jedoch häufig losgelöst von den anderen.

Das Ergebnis sind Prozesssilos.

Lange Zeit war das ausreichend. Doch die Anforderungen an Unternehmen haben sich grundlegend verändert. Die Frage lautet heute nicht mehr, ob Prozesse dokumentiert sind. Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob Unternehmen verstehen, wie ihre Prozesse mit Risiken, Kontrollen, regulatorischen Anforderungen und organisatorischen Abhängigkeiten zusammenhängen.

## Die Welt ist komplexer geworden. Prozesse auch.

Neue regulatorische Anforderungen wie [DORA](https://swissgrc.com/dora) oder [NIS2](https://swissgrc.com/nis2), steigende Cyberrisiken, komplexe Lieferketten und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz verändern die Art und Weise, wie Unternehmen arbeiten.

Geschäftsprozesse sind längst keine isolierten Abläufe mehr. Sie stehen in direkter Beziehung zu IT-Systemen, Drittparteien, internen Kontrollen, Richtlinien und regulatorischen Vorgaben. Jede Veränderung an einem Prozess kann Auswirkungen auf zahlreiche weitere Bereiche der Organisation haben. Dennoch betrachten viele Unternehmen diese Zusammenhänge noch immer getrennt.

Genau hier entstehen blinde Flecken.

## Das eigentliche Problem ist nicht der Prozess, sondern die fehlende Transparenz.

### Stellen wir uns folgende Situation vor:

Ein kritischer Lieferant fällt kurzfristig aus. Die Herausforderung besteht nicht darin, den betroffenen Geschäftsprozess zu identifizieren. Schwieriger ist es, die Folgen dieser Veränderung schnell und zuverlässig zu verstehen.

- Welche Risiken entstehen dadurch?
- Welche regulatorischen Anforderungen sind betroffen?
- Welche internen Kontrollen greifen nicht mehr?
- Welche weiteren Geschäftsprozesse sind abhängig?
- Welche Systeme unterstützen diese Prozesse?
- Und wer muss jetzt handeln?

Wer diese Fragen nicht innerhalb kurzer Zeit beantworten kann, hat selten ein Prozessproblem. Viel häufiger fehlt die **Transparenz** über die Beziehungen zwischen Prozessen, Risiken und Compliance.

## Warum klassisches Business Process Management heute nicht mehr ausreicht

Business Process Management hat Unternehmen über viele Jahre dabei unterstützt, Abläufe zu dokumentieren, zu standardisieren und kontinuierlich zu verbessern. Diese Grundlagen bleiben auch künftig unverzichtbar.

Doch moderne Unternehmen benötigen mehr als gut dokumentierte Prozesse. Sie benötigen Kontext. Ein Geschäftsprozess entfaltet seinen eigentlichen Wert erst dann, wenn sichtbar wird,

- welche Risiken mit ihm verbunden sind,
- welche Kontrollen ihn absichern,
- welche regulatorischen Anforderungen gelten,
- welche Systeme und Drittparteien beteiligt sind,
- und welche Auswirkungen Veränderungen auf andere Unternehmensbereiche haben.

Ohne diese Zusammenhänge bleibt Prozessmanagement häufig eine statische Dokumentation. Es wird nicht zu einem Instrument, das Unternehmen bei fundierten Entscheidungen unterstützt.

BPM + GRC

## wachsen zusammen, zu einem **vernetzten Verständnis** der Organisation

BPM schafft Transparenz über Geschäftsabläufe, GRC ergänzt sie um Risiken, Kontrollen und regulatorische Anforderungen. Prozesse werden nicht länger isoliert betrachtet. Sie werden Teil eines intelligent vernetzten Unternehmensmodells.

Genau deshalb verschwimmen die Grenzen zwischen Business Process Management und Governance, Risk & Compliance zunehmend. Während BPM Transparenz über Geschäftsabläufe schafft, ergänzt GRC diese Sicht um Risiken, Kontrollen, Richtlinien und regulatorische Anforderungen. Gemeinsam entsteht ein vernetztes Verständnis der Organisation.

Unternehmen können dadurch nicht nur Prozesse optimieren. Sie können Auswirkungen von Veränderungen schneller bewerten, regulatorische Anforderungen effizienter erfüllen und fundiertere Entscheidungen treffen. Prozesse werden dadurch nicht länger isoliert betrachtet. Sie werden Teil eines intelligent vernetzten Unternehmensmodells.

## Von Effizienz zu Resilienz

In einer Zeit zunehmender Unsicherheit reicht operative Effizienz allein nicht mehr aus.

Organisationen müssen Veränderungen frühzeitig erkennen, Risiken schneller bewerten und Entscheidungen auf Basis vernetzter Informationen treffen können. Resilienz entsteht deshalb nicht allein durch zusätzliche Kontrollen oder neue Richtlinien. Resilienz entsteht durch Transparenz.

Unternehmen, die verstehen, wie Prozesse, Risiken, Kontrollen, Systeme und Verantwortlichkeiten miteinander verbunden sind, reagieren schneller auf Veränderungen und können ihre Organisation gezielt weiterentwickeln.

## Fazit

Die Zukunft des Business Process Management besteht nicht darin, Prozesse noch detaillierter zu dokumentieren. Sie besteht darin, Zusammenhänge sichtbar zu machen. Erst wenn Geschäftsprozesse intelligent mit Risiken, Kontrollen, regulatorischen Anforderungen und Verantwortlichkeiten verknüpft werden, entsteht die Transparenz, die Unternehmen heute benötigen. Die Trennung zwischen BPM und GRC verliert damit zunehmend an Bedeutung. An ihre Stelle tritt [ein integrierter Ansatz](https://www.computerworld.ch/themen/pressemeldungen/swiss-grc-stellt-neue-ai-native-prozessmanagement-software-vor), der Prozesse nicht nur effizienter gestaltet, sondern Unternehmen dabei unterstützt, resilienter, transparenter und zukunftsfähiger zu werden.

## Häufige Fragen

### Was sind Prozesssilos?

Prozesssilos entstehen, wenn Prozesse, Risiken und Compliance-Anforderungen in getrennten Systemen oder Tabellen gepflegt werden. Jede Disziplin erfüllt ihren Zweck, arbeitet aber losgelöst von den anderen.

### Warum reicht klassisches Business Process Management nicht mehr aus?

BPM dokumentiert, standardisiert und verbessert Abläufe, liefert aber ohne Kontext oft nur statische Dokumentation. Unternehmen benötigen zusätzlich die Sicht auf Risiken, Kontrollen, regulatorische Anforderungen, Systeme und Drittparteien.

### Was bringt die Verbindung von BPM und GRC?

BPM schafft Transparenz über Geschäftsabläufe, GRC ergänzt sie um Risiken, Kontrollen und regulatorische Anforderungen. Unternehmen können dadurch Auswirkungen von Veränderungen schneller bewerten, regulatorische Anforderungen effizienter erfüllen und fundierter entscheiden.

### Welche Fragen stellen sich, wenn ein kritischer Lieferant ausfällt?

Zu klären sind betroffene Risiken, regulatorische Anforderungen, nicht mehr greifende Kontrollen, abhängige Prozesse und unterstützende Systeme. Ausserdem muss feststehen, wer handeln muss.

### Wie hängen Transparenz und Resilienz zusammen?

Laut Beitrag reagieren Unternehmen, die die Verbindungen zwischen Prozessen, Risiken, Kontrollen, Systemen und Verantwortlichkeiten verstehen, schneller auf Veränderungen. Sie können ihre Organisation gezielt weiterentwickeln.
