# Global Risks Report 2026: Wie Geopolitik, KI und gesellschaftliche Spannungen Risiken neu formen

> Swiss GRC fasst den Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums zusammen, der auf den Einschätzungen von mehr als 1.300 Experten beruht. Der Beitrag richtet sich an Führungskräfte und Risikoverantwortliche und zeigt, wie Geopolitik, KI und gesellschaftliche Spannungen Risiken verändern.

- URL: https://swissgrc.com/global-risks-report-2026-wie-geopolitik-ki-und-gesellschaftliche-spannungen-risiken-neu-formen/
- Herausgeber: SwissGRC®
- Veröffentlicht: 2026-01-14
- Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20

## Kernaussagen

- Der Global Risks Report 2026 des Weltwirtschaftsforums basiert auf den Perspektiven von mehr als 1.300 globalen Führungskräften und Experten und beschreibt ein «Zeitalter des Wettbewerbs».
- Geoökonomische Konfrontation wird erstmals als schwerwiegendstes kurzfristiges Risiko eingestuft: 18 % der Befragten sehen darin das Risiko, das 2026 am ehesten eine erhebliche globale Krise auslösen könnte.
- Wirtschaftliche Risiken verzeichnen den stärksten Anstieg der wahrgenommenen Schwere: Der wirtschaftliche Abschwung steigt um acht Plätze auf Rang 11, die Inflation um acht Plätze auf Rang 21 und das Platzen von Vermögensblasen um sieben Plätze auf Rang 18.
- Die negativen Auswirkungen von KI-Technologien steigen von einem unteren Rang im Zwei-Jahres-Ausblick auf Platz fünf im Zehn-Jahres-Ausblick, den stärksten Anstieg zwischen kurz- und langfristigem Horizont.
- Ungleichheit gilt zum zweiten Mal in Folge als das am stärksten vernetzte globale Risiko und beeinflusst unter anderem wirtschaftlichen Abschwung, Desinformation und soziale Unruhen.
- 50 % der Befragten erwarten für die kommenden zwei Jahre einen turbulenten oder stürmischen Ausblick, für zehn Jahre sind es 57 %. Nur 1 % rechnet in beiden Zeithorizonten mit einer ruhigen Entwicklung.

**Der jährliche Global Risks Report, veröffentlicht vom Weltwirtschaftsforum, bleibt eine der am genauesten verfolgten Publikationen für Führungskräfte in Wirtschaft, Regierung und Zivilgesellschaft. Basierend auf den Perspektiven von mehr als 1.300 globalen Experten beschreibt die Ausgabe 2026 eine Welt, die in ein „Zeitalter des Wettbewerbs“ eintritt, in dem geoökonomische Rivalität, rasante technologische Beschleunigung und sich vertiefende gesellschaftliche Fragmentierung die globalen Risikolandschaft umgestalten.**

Mehr als nur einen Überblick über einzelne Bedrohungen bietet der Bericht einen Einblick, wie Risiken zunehmend miteinander verbunden, sich verstärken und in einem Tempo entfalten, das traditionelle Governance- und Risikomanagementansätze herausfordert. Zusammen genommen deuten diese Erkenntnisse auf einen umfassenderen Wandel in der Natur des globalen Risikos hin. Der [Global Risks Report 2026](https://www.weforum.org/publications/global-risks-report-2026/) erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem Unsicherheit nicht mehr episodisch, sondern strukturell ist. Basierend auf Erkenntnissen von mehr als 1.300 globalen Führungskräften und Experten beschreibt der Bericht eine Welt, die in das eingetreten ist, was er als „Zeitalter des Wettbewerbs“ definiert. Letzteres ist geprägt von intensiverer geoökonomischer Rivalität, beschleunigtem technischen Wandel und zunehmender gesellschaftlicher Fragmentierung.

Über individuelle Risiko-Rankings hinaus bietet der Bericht eine weitreichendere Erkenntnis: Risiken kumulieren schneller, als Governance- und Entscheidungsstrukturen sich anpassen können. Für Organisationen, die über Jurisdiktionen, Technologien und Wertschöpfungsketten hinweg tätig sind, verändert dieser Wandel grundlegend, wie Risiken verstanden und gemanagt werden müssen.

![Globale Risiken 2026](https://swissgrc.com/wp-content/uploads/2026/01/responsive_large_webp_hAb9HOYJNrGoXD36AucR9JYsngF3CGj59vZNda7e0t8-819x1024.webp)

Geoökonomische Konfrontation rückt ins Zentrum der Risikolandschaft

Erstmals wird die **geoökonomische Konfrontation** als schwerwiegendstes kurzfristiges globales Risiko eingestuft. **18 % der Befragten** sehen darin das Risiko, das im Jahr 2026 am ehesten eine erhebliche globale Krise auslösen könnte. Auch im Zwei-Jahres-Ausblick bis 2028 nimmt dieses Risiko den Spitzenplatz ein – ein Hinweis auf eine anhaltende, nicht nur temporäre Besorgnis.

Die Bedeutung dieses Befunds liegt nicht allein in der Platzierung, sondern in seiner Reichweite. Geoökonomische Konfrontation umfasst Sanktionen, Exportkontrollen, Investitionsprüfungen, Subventionen sowie Einschränkungen von Lieferketten. Diese Instrumente werden zunehmend im Kontext nationaler Sicherheitsinteressen und strategischer Autonomie eingesetzt.

Für Organisationen bedeutet dies eine gleichzeitige Zunahme der Exponierung über mehrere Dimensionen hinweg: regulatorische Anforderungen, Abhängigkeiten von Drittparteien, Datenflüsse, Technologiezugang und Marktbeteiligung. Risiken beschränken sich damit nicht mehr auf operative Störungen oder finanzielle Volatilität, sondern werden zunehmend durch eine politisch getriebene Fragmentierung der Weltwirtschaft geprägt.

Wirtschaftliche Risiken nehmen kurzfristig deutlich zu

Der Bericht identifiziert wirtschaftliche Risiken als jene Kategorie mit dem **stärksten Anstieg der wahrgenommenen Schwere** in den kommenden zwei Jahren. Im Vergleich zur vorherigen Ausgabe:

- steigt das Risiko eines **wirtschaftlichen Abschwungs** um acht Plätze auf Rang 11,
- erhöht sich das Risiko der **Inflation** ebenfalls um acht Plätze auf Rang 21,
- rückt das Risiko eines **Platzens von Vermögensblasen** um sieben Plätze auf Rang 18 vor.

Diese Verschiebungen spiegeln Sorgen über hohe Verschuldung, volatile Märkte sowie das Zusammenspiel wirtschaftlicher Belastungen mit geopolitischen Spannungen wider. Besonders relevant ist dabei, dass wirtschaftliche Risiken eng mit **Ungleichheit** verknüpft sind – einem Risiko, das zum zweiten Mal in Folge als das am stärksten vernetzte globale Risiko eingestuft wird.

Dies unterstreicht eine zentrale Erkenntnis: Wirtschaftliche Schocks treten selten isoliert auf. Ihre Auswirkungen verstärken sich insbesondere dort, wo gesellschaftliches Vertrauen fragil ist und institutionelle Kapazitäten unter Druck stehen.

Technologische Risiken beschleunigen sich – KI rückt langfristig in den Fokus

Technologische Risiken gewinnen weiter an Bedeutung. Im Zwei-Jahres-Ausblick belegen **Desinformation und Fehlinformation** den zweiten Rang, während **Cyberunsicherheit** auf Rang sechs liegt. Beide Risiken prägen bereits heute die operative und reputative Risikolandschaft vieler Organisationen.

Besonders bemerkenswert ist jedoch die Entwicklung der negativen Auswirkungen von KI-Technologien. Dieses Risiko weist den stärksten Anstieg zwischen dem kurz- und langfristigen Zeithorizont auf und steigt von einem unteren Rang im Zwei-Jahres-Ausblick auf Platz fünf im Zehn-Jahres-Ausblick.

Diese Dynamik spiegelt ein wachsendes Bewusstsein dafür wider, dass KI-bezogene Risiken – von verzerrten Entscheidungsprozessen und intransparenten Algorithmen bis hin zur massenhaften Verbreitung von Desinformation – mit zunehmender Verbreitung an Bedeutung gewinnen werden. Der Bericht positioniert KI dabei nicht als isoliertes Risiko, sondern als querschnittlichen Verstärker gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und sicherheitsrelevanter Herausforderungen. Aus Governance-Sicht unterstreicht dies die Bedeutung klarer Verantwortlichkeiten, strukturierter Aufsicht und eines **lebenszyklusorientierten Risikomanagements für KI-Systeme**. Das sind Aspekte, die zunehmend auch durch neue regulatorische Rahmenwerke adressiert werden.

Gesellschaftliche Polarisierung und Ungleichheit wirken als Risikoverstärker

Gesellschaftliche Risiken bleiben ein prägendes Element des globalen Ausblicks. **Gesellschaftliche Polarisierung** rangiert im aktuellen Risikobild auf Platz vier, während **Ungleichheit** kurzfristig auf Platz zehn und langfristig auf Platz sieben eingestuft wird.

Charakteristisch für diese Risiken ist ihr hoher Grad an Vernetzung. Die Interdependenzanalyse des Berichts zeigt, dass Ungleichheit zahlreiche andere Risiken beeinflusst, darunter wirtschaftlicher Abschwung, Desinformation, der Abbau bürgerlicher Freiheiten und soziale Unruhen.

Für Organisationen hat dies unmittelbare Auswirkungen. In Umfeldern mit sinkendem Vertrauen und zunehmender Polarisierung kommt es typischerweise zu:

- einer schnelleren Eskalation reputativer Vorfälle,
- erhöhter regulatorischer Aufmerksamkeit,
- geringerer Toleranz gegenüber intransparenten oder inkonsistenten Entscheidungen.

Der gesellschaftliche Kontext wird damit zu einem wesentlichen Faktor der unternehmerischen Risikoexponierung und nicht lediglich zu einer Rahmenbedingung.

Infrastruktur und Resilienz unter zunehmendem Druck

Ein weiteres zentrales Thema des Berichts ist die Verwundbarkeit **kritischer Infrastrukturen**, sowohl physischer als auch digitaler Natur. Das Risiko von **Störungen kritischer Infrastrukturen** steigt im kurzfristigen Ausblick um vier Plätze. Treiber sind unter anderem Cyberangriffe, alternde Systeme, klimabedingte Belastungen sowie gezielte geopolitische Einflussnahme.

Der Bericht beschreibt Infrastruktur zunehmend als umkämpften Raum, in dem Ausfälle rasch sektor- und länderübergreifende Kaskadeneffekte auslösen können. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit für Organisationen, nicht nur ihre eigene Resilienz zu verstehen, sondern auch ihre Abhängigkeiten von Drittparteien, Dienstleistern und vernetzten Systemen systematisch zu berücksichtigen.

Anspruchsvoller Ausblick für Entscheidungsträger

Die im Bericht erfasste Gesamteinschätzung ist ernüchternd. 50 % der befragten Führungskräfte und Experten erwarten in den kommenden zwei Jahren einen turbulenten oder stürmischen globalen Ausblick; über einen Zeitraum von zehn Jahren steigt dieser Anteil auf 57 %. Lediglich 1 % rechnet in beiden Zeithorizonten mit einer ruhigen Entwicklung.

Diese Einschätzung reflektiert die Erkenntnis, dass klassische Risikomodelle – häufig linear, siloartig und rückblickend – zunehmend nicht mehr mit der Dynamik heutiger Risiken übereinstimmen. Die Herausforderungen der Zukunft ergeben sich weniger aus einzelnen Schocks als aus dem Zusammenwirken mehrerer, sich beschleunigender Belastungsfaktoren.

Fazit

Der Global Risks Report 2026 macht einen grundlegenden Wandel deutlich: Risiken sind stärker vernetzt, politischer geprägt und dynamischer als die Systeme, mit denen sie traditionell gesteuert werden. Geoökonomische Rivalitäten, technologische Beschleunigung und gesellschaftliche Fragmentierung sind keine parallelen Entwicklungen mehr, sondern wechselseitig verstärkende Kräfte, die die globale Risikolandschaft neu gestalten.

Für Organisationen bedeutet dies einen erhöhten Bedarf an integrierter Governance, vorausschauendem Risikomanagement und resilienzorientierter Entscheidungsfindung. Die Fähigkeit, Abhängigkeiten über Risikodimensionen hinweg zu verstehen, kumulative Effekte frühzeitig zu antizipieren und konsistente Aufsicht nachzuweisen, wird zunehmend darüber entscheiden, wer Unsicherheit erfolgreich steuert und wer lediglich auf sie reagiert.

In diesem Kontext ist die Weiterentwicklung der Risikogovernance untrennbar mit der Weiterentwicklung der unterstützenden Systeme verbunden. Fragmentierte Tabellen, isolierte Kontrollen und statische Berichte sind einem Risikoumfeld, das durch Geschwindigkeit, Vernetzung und regulatorische Komplexität geprägt ist, kaum noch gewachsen. Plattformen wie die [**GRC Toolbox**](https://swissgrc.com/loesungen/), die Governance, Risiko und Compliance über verschiedene Domänen hinweg integrieren, zeigen, wie Organisationen beginnen, jene ganzheitliche und adaptive Risikosteuerung operativ umzusetzen, zu der der Bericht implizit aufruft.

Vor diesem Hintergrund ist der Global Risks Report 2026 nicht nur eine Diagnose globaler Risiken, sondern ein klares Signal: **Die Art und Weise, wie Risiken gesteuert werden und die Systeme, die dies ermöglichen müssen sich ebenso schnell weiterentwickeln wie die Risiken selbst.**

## Häufige Fragen

### Was ist das wichtigste kurzfristige Risiko im Global Risks Report 2026?

Die geoökonomische Konfrontation steht erstmals an der Spitze der kurzfristigen Risiken. 18 % der Befragten halten sie für das Risiko, das 2026 am ehesten eine erhebliche globale Krise auslöst. Auch im Zwei-Jahres-Ausblick bis 2028 belegt sie den ersten Platz.

### Was umfasst geoökonomische Konfrontation?

Der Bericht zählt dazu Sanktionen, Exportkontrollen, Investitionsprüfungen, Subventionen und Einschränkungen von Lieferketten. Diese Instrumente werden zunehmend im Kontext nationaler Sicherheitsinteressen und strategischer Autonomie eingesetzt.

### Wie entwickeln sich KI-Risiken laut Global Risks Report 2026?

Die negativen Auswirkungen von KI-Technologien steigen von einem unteren Rang im Zwei-Jahres-Ausblick auf Platz fünf im Zehn-Jahres-Ausblick. Der Bericht sieht KI als querschnittlichen Verstärker gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und sicherheitsrelevanter Herausforderungen.

### Welche Rolle spielen Ungleichheit und Polarisierung im Risikobild 2026?

Gesellschaftliche Polarisierung liegt im aktuellen Risikobild auf Platz vier. Ungleichheit ist zum zweiten Mal in Folge das am stärksten vernetzte Risiko und steht kurzfristig auf Platz zehn, langfristig auf Platz sieben.

### Wie blicken Experten auf die kommenden Jahre?

50 % der befragten Führungskräfte und Experten erwarten in den nächsten zwei Jahren einen turbulenten oder stürmischen Ausblick. Über zehn Jahre steigt dieser Anteil auf 57 %, nur 1 % rechnet mit einer ruhigen Entwicklung.
