# ERM Report 2025: Warum die meisten Krisen im Inneren entstehen

> Der Blogbeitrag von Swiss GRC fasst den ERM Report 2025 der Hochschule Luzern und der HAW Kiel zusammen. Er richtet sich an Verwaltungsräte und Führungsteams und zeigt, dass die meisten Unternehmenskrisen intern entstehen und ERM Teil der strategischen Steuerung sein muss.

- URL: https://swissgrc.com/erm-report-2025-warum-die-meisten-krisen-im-inneren-entstehen/
- Herausgeber: SwissGRC®
- Veröffentlicht: 2025-12-05
- Zuletzt aktualisiert: 2026-08-20

## Kernaussagen

- Der ERM Report 2025 wird von der Hochschule Luzern (HSLU) in Kooperation mit der HAW Kiel herausgegeben und analysiert 669 börsennotierte Unternehmen zwischen 2018 und 2024.
- Nahezu jedes dritte untersuchte Unternehmen erlitt innerhalb eines Monats einen Kurssturz von 25 Prozent oder mehr.
- Betroffene Firmen benötigen im Durchschnitt fast zwei Jahre, um ihr Vorkrisenniveau wieder zu erreichen.
- 41 Prozent der Krisen gehen auf strategische Fehlentscheidungen zurück, 19 Prozent auf vermeidbare interne Schwächen. Externe Faktoren verursachen rund 40 Prozent.
- Technologieunternehmen waren überdurchschnittlich häufig von massiven Kursverlusten betroffen, Industrieunternehmen agierten robuster, und Schweizer Unternehmen zeigten sich widerstandsfähiger als deutsche Firmen.
- Gentian Ajeti und Yahya Mohamed Mao von Swiss GRC verfassten den Gastbeitrag «Strategic Value Creation Through Organizational Resilience» im ERM Report 2025.

Der **[ERM Report 2025](https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&cad=rja&uact=8&ved=2ahUKEwiGscm-o6aRAxWUhv0HHVjsBk4QFnoECBsQAQ&url=https%3A%2F%2Fwww.hslu.ch%2F-%2Fmedia%2Fcampus%2Fcommon%2Ffiles%2Fdokumente%2Fh%2F1-medienmitteilungen-und-news%2F2025%2Fw%2Ferm-report-2025.pdf%3Fsc_lang%3Dde-ch&usg=AOvVaw1OQjdme4F6GGc9Jz_cqcU4&opi=89978449)**, herausgegeben von der Hochschule Luzern (HSLU) in Kooperation mit der HAW Kiel, richtet eine klare Botschaft an Verwaltungsräte und Führungsteams im gesamten DACH-Raum: Schwere Unternehmenskrisen treten häufiger auf und sind weitaus häufiger hausgemacht, als viele Entscheidungsträger glauben. Die Analyse von 669 börsennotierten Unternehmen zwischen 2018 und 2024 zeigt, dass nahezu jedes dritte Unternehmen einen Kurssturz von 25 Prozent oder mehr innerhalb eines Monats erlitten hat. Die Erholung ist langwierig: Im Durchschnitt benötigen betroffene Firmen fast zwei Jahre, um ihr Vorkrisenniveau wieder zu erreichen, während der Gesamtmarkt im selben Zeitraum deutlich zulegt.

Die stillen Treiber: Strategiefehler und interne Schwächen

Besonders bemerkenswert ist, dass die Mehrheit der Krisen im Inneren eines Unternehmens entsteht.
Der Report führt folgende Ursachen an:

- **41 Prozent aller Krisen sind auf strategische Fehlentscheidungen zurückzuführen** etwa übermässige Verschuldung, fehlerhafte Kapitalallokation, Abhängigkeit von wenigen Schlüsselkunden oder eine Fehleinschätzung von Markt- und Wettbewerbsdynamiken.
- **19 Prozent beruhen auf vermeidbaren internen Schwächen**, etwa Verzögerungen in der Berichterstattung, Governance-Mängeln, Compliance-Verstössen oder operativen Fehlsteuerungen.

Damit räumt der ERM Report 2025 mit einem verbreiteten Mythos auf: Krisen entstehen nicht in erster Linie durch unvorhersehbare externe Schocks. Es sind interne Entscheidungen, Strukturen und blinde Flecken, die den grössten Schaden verursachen. Besonders alarmierend ist, dass rund ein Drittel der betroffenen Unternehmen wiederholt schwere Krisen erleidet. Ein Hinweis auf strukturelle Verwundbarkeit und unzureichende Krisenvorbereitung.

Externe Schocks legen offen, was zuvor schon schwach war

Auch externe Faktoren, geopolitische Spannungen, Inflation, Lieferkettenprobleme oder Finanzmarktvolatilität spielen eine Rolle. Sie verursachen rund 40 Prozent der beobachteten Krisen. Doch ihre Wirkung ist nicht deterministisch: Externe Schocks werden erst dann existenzbedrohend, wenn interne Resilienz fehlt.

Das zeigt sich in den Branchenunterschieden. Technologieunternehmen waren überdurchschnittlich häufig von massiven Kursverlusten betroffen, während Industrieunternehmen deutlich robuster agierten. Gestützt durch diversifizierte Geschäftsmodelle, starke Governance und klare Projektstrukturen. Schweizer Unternehmen erwiesen sich im Vergleich zudem als widerstandsfähiger als deutsche Firmen, was sowohl auf Branchenstruktur als auch auf Governance-Kultur zurückzuführen ist.

Der strategische Imperativ: ERM muss mehr sein als Compliance

rDie gesammelten Erkenntnisse führen zu einer eindeutigen Schlussfolgerung: **Enterprise [Risk Management](https://swissgrc.com/risikomanagement-software/) darf nicht auf einen Compliance-Prozess reduziert werden, sondern muss Teil der strategischen Steuerung sein.**

Unternehmen mit hohem Reifegrad nutzen ERM als Instrument zur besseren Kapitalallokation, zur Validierung strategischer Annahmen, zum Management von Kundenabhängigkeiten und zur Vorbereitung auf geopolitische und makroökonomische Entwicklungen. Der Wert entsteht nicht durch das Dokumentieren von Risiken, sondern durch das Einfliessen von Risikoinformationen in strategische Entscheidungen.

Diese strategische Perspektive wird auch im Gastbeitrag des *ERM Report 2025* aufgegriffen, verfasst von **Gentian Ajeti**, Chief Customer & Commercial Officer und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss GRC, sowie **Yahya Mohamed Mao**, Chief Marketing Officer und Mitglied der Geschäftsleitung von Swiss GRC. Ihr Beitrag «*Strategic Value Creation Through Organizational Resilience»* führt die empirischen Ergebnisse des Reports weiter und zeigt, wie organisationale Resilienz zu einem Wettbewerbsvorteil werden kann. Ajeti und Mao argumentieren, dass Unternehmen, die Disruptionen antizipieren, sich rasch anpassen und starke Governance-Strukturen pflegen, nicht nur Krisen meistern. Sie nutzen Unsicherheit aktiv, um [Kundenvertrauen](https://swissgrc.com/unsere-kunden/) zu stärken, strategische Klarheit zu gewinnen und neue Chancen zu erschliessen. Ihr Beitrag unterstreicht einen zentralen Gedanken des gesamten Reports: Resilienz ist keine defensive Haltung. Sie ist eine strategische Fähigkeit.

Ein Appell an Entscheidungsträger

Der ERM Report 2025 erscheint in einer Zeit, in der Volatilität zur neuen Normalität geworden ist. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Krisen kommen selten plötzlich. Sie entstehen meist langsam in den blinden Flecken von Strategie, Governance und Unternehmenskultur.

Die Unternehmen, die in diesem Umfeld erfolgreich sind, behandeln ERM als strategische Disziplin und Resilienz als Investition in nachhaltige Wertschöpfung. Der Report und der Beitrag von Swiss GRC – machen deutlich: Risikomanagement und Wertschaffung sind heute untrennbar miteinander verbunden.

## Häufige Fragen

### Was sagt der ERM Report 2025 über die Ursachen von Unternehmenskrisen?

Die Mehrheit der Krisen entsteht im Inneren der Unternehmen. 41 Prozent gehen auf strategische Fehlentscheidungen zurück, 19 Prozent auf vermeidbare interne Schwächen, rund 40 Prozent auf externe Faktoren.

### Wie lange dauert die Erholung nach einem Kurssturz?

Laut ERM Report 2025 brauchen betroffene Unternehmen im Durchschnitt fast zwei Jahre, um ihr Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. Der Gesamtmarkt legt im selben Zeitraum deutlich zu.

### Welche Unternehmen untersucht der ERM Report 2025?

Der Report analysiert 669 börsennotierte Unternehmen im Zeitraum von 2018 bis 2024. Herausgeber sind die Hochschule Luzern und die HAW Kiel.

### Warum darf Enterprise Risk Management nicht nur Compliance sein?

Laut dem Report entsteht der Wert nicht durch das Dokumentieren von Risiken, sondern dadurch, dass Risikoinformationen in strategische Entscheidungen einfliessen. Unternehmen mit hohem Reifegrad nutzen ERM unter anderem für Kapitalallokation und die Validierung strategischer Annahmen.

### Welchen Beitrag leistet Swiss GRC zum ERM Report 2025?

Gentian Ajeti und Yahya Mohamed Mao von Swiss GRC schrieben den Gastbeitrag «Strategic Value Creation Through Organizational Resilience». Er zeigt, wie organisationale Resilienz zu einem Wettbewerbsvorteil werden kann.
